Project Description

Hier finden Sie Informationen zur Überwachung der Finanzberichterstattung.

Themen sind unter anderem: das Kontrollumfeld, die Risikobeurteilung, die Kontrollaktivitäten selbst sowie die Information und Kommunikation der Finanzberichterstattung. Fachbegriffe wie „COSO I“ und „COSO II“ (Definition und Anwendung) finden hier ebenfalls Berücksichtigung. Was Sie in diesem Kapitel erwartet:

Was muss der Aufsichtsrat tun?

Um drohende (Unternehmens-)Krisen erkennen sowie rechtzeitig gegensteuern zu können, kommt der korrekten Finanzberichterstattung sowie der Arbeit des Wirtschaftsprüfers eine besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig aber kann keine noch so hochwertige Prüfungsleistung durch den Wirtschaftsprüfer dem Aufsichtsrat  seine ureigenste Aufgabe abnehmen, sich anhand von Jahresabschluss, sowie Lage- und Prüfungsbericht ein eigenständiges Urteil über die aktuelle Lage des Unternehmens zu bilden.

Was soll das Ergebnis der Prüfungstätigkeit des Aufsichtsrats sein?

Was die eigenen Prüfungshandlungen des Aufsichtsrats hinsichtlich der Finanzberichterstattung angeht, müssen diese eine eigenständige, vom Wirtschaftsprüfer unabhängige, Urteilsbildung im Aufsichtsrat ermöglichen. Daher muss der Aufsichtsrat die ihm vorgelegten Unterlagen einschließlich des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers anhand seiner speziellen Kenntnisse des Unternehmens und des Unternehmensumfeldes eingehend analysieren und kritisch hinterfragen.

Welche Quellen kann der Aufsichtsrat nutzen?

Neben den ihm vorgelegten Jahresabschlussunterlagen sollte der Aufsichtsrat auch die laufend erstellten Berichte der Geschäftsführung, des Abschlussprüfers und der Internen Revision in seine Beurteilung mit einbeziehen. Dabei wird es sich grundsätzlich um eine Plausibilitätsprüfung handeln, die wesentliche und fragwürdige Bilanzpositionen einbezieht.

Der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers ist einerseits kritisch zu hinterfragen und zu bewerten, andererseits aber auch eine hilfreiche Informationsquelle für die eigenen Prüfungshandlungen des Aufsichtsrats. Dies gilt insbesondere, wenn eine Prüfung nach §53 HGrG beauftragt und detailliert darüber berichtet wurde. Ergeben sich bei den Prüfungshandlungen Unplausibilitäten oder Zweifel, hat der Aufsichtsrat diese aktiv durch Befragung von Geschäftsführung, Abschlussprüfer oder externen Sachverständigen und weitere eigene Prüfungshandlungen gemäß §111 Absatz 2 AktG aufzuklären.