Dauerbrenner Vorstandsvergütung-Teil 1 (2’56)

Dauerbrenner Vorstandsvergütung-Teil 1 (2’56) 2018-09-06T14:25:33+00:00

Project Description

Dauerbrenner Vorstandsvergütung-Teil 1 (2’56)

Die Festlegung der Vergütung des Vorstandes ist eine der Kernaufgaben des Aufsichtsrats und – da sie eng mit der Bestellung von Vorständen verbunden ist – auch ein strategisches Mittel, die Unternehmensentwicklung nachhaltig zu beeinflussen. Der richtigen Strukturierung von Fixum, Bonus und Pensionsvereinbarung bzw. Abfindung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da dies leistungsfördernd und korruptionsabwehrend wirken kann. Dies ist natürlich auch im Interesse von Aktionären, Stimmrechtsberatern (Proxy Advisor) und sonstiger Stakeholder, denen Transparenz im Vergütungsdschungel besonders wichtig ist.
Seit der überarbeiteten Aktionärsrechterichtlinie ist auch klar, dass die Hauptversammlung bei Vergütungsfragen mitreden wird. Ob deren Votum allerdings bindend sein wird, oder nur beratenden Charakter haben wird, darüber wird derzeit in Berlin noch diskutiert. (Stand: April 2018)

„Die zentrale Norm zur Begrenzung von Vorstandsbezügen ist § 87 I AktG. Dieser betrifft nahezu die Gesamtheit der Leistungen, die einem Vorstandsmitglied aufgrund seiner Anstellung zufließen. Einzige praxisrelevante Ausnahme ist die Abfindung, die gewährt wird, um schon vereinbarte Bezüge des scheidenden Vorstandes abzugelten. Das Aktiengesetz kennt schon seit 1937 das Gebot, dass der Aufsichtsrat nur eine angemessene Vergütung festsetzen darf. Dabei geht es nicht darum, dass es einen errechenbaren richtigen Preis gäbe. Vielmehr stellt § 87 I 1 AktG klar, dass eine offensichtlich unangemessene Vergütung eine Pflichtverletzung des Aufsichtsrates darstellt und dessen Haftung auslöst. Wichtige Bezugspunkte der Angemessenheit sind Aufgaben und Leistung des Vorstandsmitgliedes, Lage der Gesellschaft sowie die sogenannte übliche Vergütung, die nicht ohne besondere Gründe überschritten werden darf. Diesem letzten Punkt kommt höchste Wichtigkeit zu. Die Bezüge in ähnlichen Unternehmen am Markt sind die einzig wirklich quantifizierbare Messgröße für die Einschätzung der Angemessenheit. Es empfiehlt sich, vom marktüblichen Preis auszugehen und dann anhand der sonstigen Kriterien Abweichungen zu begründen.“ Quelle: AdAR-Arbeitskreis deutscher Aufsichtsrat

„Das VorstAG (Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung) nimmt die Aufsichtsräte noch mehr in die Pflicht, eine angemessene Vergütung festzusetzen. Dabei muss die Entscheidung im Aufsichtsratsplenum erfolgen. Der Vergütungsausschuss darf nur noch vorbereitend tätig sein. Es empfiehlt sich angesichts der Haftungsdrohung eine Diskussion der Kernpunkte im Plenum und eine möglichst intensive Dokumentation der vorgenommenen Abwägung. Dabei sollten jedenfalls die in § 87 I 1 AktG genannten Kriterien abgearbeitet werden.
Besonders wichtig ist ein Vergleich mit Vergütungen in vergleichbaren Unternehmen. Es empfiehlt sich auch, auf das Verhältnis der Vorstandsvergütung zu den Bezügen der anderen Führungskräfte einzugehen. Um in börsennotierten Gesellschaften das Kriterium der Nachhaltigkeit einzuhalten, empfiehlt sich als Richtschnur, dass jedenfalls nicht mehr als die Hälfte der Vergütung eines Vorstandes aus variablen Vergütungsbestandteilen besteht, deren Berechnung weniger als vier Jahresergebnisse zugrunde liegen. Das Votum der Hauptversammlung (Say on pay) hat sich insbesondere in den Aktiengesellschaften des DAX und M-DAX durchgesetzt und die Ergebnisse waren bis auf Einzelfälle sehr positiv. Es sollte demnach regelmäßig durchgeführt werden und vor einem Verzicht auf das Instrument sollte die Außenwirkung überdacht werden.“  Quelle: AdAR-Arbeitskreis deutscher Aufsichtsrat

Sehen Sie dazu in dieser Zusammenfassung von Director’s Channel:

  • Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann, Aufsichtsratsvorsitzender, Deutsche Post AG; Mitglied der Regierungskommission deutscher Corporate Governance Kodex
  • Dr. Brigitta Schwarzer, INARA-Initiative Aufsichtsräte Austria
  • Hendrik Schmidt, Assistant Vice President, Certified ESG Analyst, Corporate Governance Analyst, Deutsche Asset Management Investment GmbH
  • Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer DSW e.V., Vorstand von AdAR-Arbeitskreis Mittelstand in Deutschland e.V.

Partner:

Funktion:

  • Aufsichtsrat
  • Aufsichtsratsvorsitzender

 

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