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Bilfinger: Aufsichtsrat vs. Ex-Vorstände (2’12)

Der Aufsichtsrat der Bilfinger SE geht gegen sämtliche Vorstände aus den Jahren 2006-2015 vor. Hintergrund: Das Compliance-Management-System soll nicht richtig implementiert worden sein. Aber muss es gleich der Gang zu Gericht sein? Wenn dem Unternehmen aus einem mangelhaft implementieren Compliance-Managementsystem  tatsächlich ein Schaden entstanden ist, dann bleiben dem Aufsichtsrat seit dem vielzitierten Arag Garmenbeck-Urteil aus dem Jahr 1997 (weiterführende Links zu diesem Urteil finde Sie am Ende dieses Postings)  nicht viele Möglichkeiten: Geht er nicht gegen die Verursacher vor, kommt der Aufsichtsrat selbst in die Haftung. Letztendlich ist das Unternehmen schadlos zu halten.

Mit seinem Vorgehen gegen die Ex-Vorstände betritt der Aufsichtsrat aber möglicherweise ein juristisches Minenfeld: Denn da jeder Management-Fehler auch in einen Fehler des Aufsichtsrats umgemünzt werden kann, können die Vorstände im Wege der Streitverkündung nun ihrerseits gegen einzelne Aufsichtsräte vorgehen. Und hier zeigt sich eine weitere unangenehme Seite des Dilemmas: da Vorstand und Aufsichtsrat meist gemeinsam bei selben D&O-Versicherer versichert sind, ist zum Zeitpunkt einer Streitverkündung die Versicherungssumme meist schon durch die Verteidigung für die Vorstände verbraucht und die Aufsichtsräte müssen die Kosten für ihre Verteidigung aus eigener Tasche tragen.

Wie die Causa „Bilfinger“ weitergeht – Director’s Channel wird berichten.

Links zum Thema:

D&O-Versicherung: Rechte, Pflichten & Haftung einzelner Aufsichtsratsmitglieder (2’57)

Die Streitverkündung (2’12)

Aufsichtsrat gegen Vorstand: Interessenkonflikt beim Versicherer (3’40)

D&O-Versicherung: Praxis (10’33)

DOSSIER: D&O-Versicherung

Partner:

Funktion:

  • Aufsichtsrat
  • Aufsichtsratsvorsitzender
  • Gesamtvorstand

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